Mobikurs in Zbuch (Tschechien) vom 31.07. bis zum 06.08.2005

Vom 31.07.05 bis zum 06.08.05 fand in Zbuch bei Pilsen (Tschechien) ein Rollstuhl-Mobilitätskurs für deutsche und tschechische Jugendliche bzw. junge Erwachsene statt. Herbert Winterl teilte sich dabei die Leitung der gemischten Gruppe zusammen mit dem tschechischen Verantwortlichen Roman. Unterstützt wurden die beiden von ihren Übungsleitern Benigna und Franka sowie Rostja, Klára und Dolmetscher David. Die 10-15 Teilnehmer, welche jeweils von Geschwistern oder Freunden begleitet werden sollten, kamen aus Bayern, Thüringen und Berlin sowie Teilen der gesamten tschechischen Republik.
Nachdem am Sonntag gegen 16 Uhr alle eingetroffen waren, ihre Zimmer bezogen und sich vorgestellt hatten, ging es sogleich in der zwar kleinen aber gemütlichen Sporthalle mit einer Runde Rollstuhlbasketball los. Anfängliche Sprachprobleme wurden beim anschließenden Spaziergang und Abendessen 'in Mexico' bei Schnitzel und 'einheimischen' Getränken mit Zeichen- und Körpersprache gelöst.
Zum täglichen Programm gehörte vormittags das Reiten, was auch von allen gern genutzt und meisterlich bewältigt wurde. Die Einheit begannen wir mit entspannenden Chi-Gong-Übungen, denen dann die ersten Kennlern- und Bewegungsspiele folgten. So konnten wir uns die anfänglich komisch klingenden und schwer zu merkenden Namen schnell einprägen. Da es am Montag sehr sonnig war, nutzten wir die Mittagspause zur Erfrischung am Pool. Einige nahmen dabei ein Sonnenbad, andere spielten Wasserball. Danach begaben wir uns zum Sporttreiben auf den Freiplatz, wo wir uns zunächst auf Fahrtechniken konzentrierten und die Einheit mit Rollball beendeten. Den Abend ließen wir mit einer gemütlichen Partie Minigolf ausklingen.
Leider hielt das tolle Wetter vom Montag nicht an, so dass die Einheiten am Dienstag in der Halle stattfanden. Kleine Spiele, Parteiball, Slalomstaffeln, Seil- und Mattenfahren sorgten jedoch auch an diesem Tag für gute Stimmung. Für die Abendunterhaltung hatte das tschechische Team ein Pantomime- und Memoryspiel vorbereitet. In vier gemischten Mannschaften sollten Verben und Tiere erraten bzw. so viele Gegenstände wie möglich im Gedächtnis behalten werden. Am Ende hatte sich jede Gruppe eine Torte verdient, die natürlich sogleich gemeinsam verspeist wurde.
Am Mittwoch stellte ein Repräsentant der Firma Meyra einige Rollstühle vor. Besonders den E-Rollis wurde reges Interesse entgegengebracht, die sogleich für die Rallye-Zbuch in der Halle genutzt wurden. Bei der sich anschließenden Gartenrallye kamen die vier Teams vor allem bei dem Spiel 'Pferdekutsche' ins Schwitzen, wobei einige 'Reiter' wohl auch ihr Gleichgewicht verloren. Nach diesem spaßigen 'Gartenadventure' hatten sich wahrlich alle ihre Grillwurst am Abend verdient. Da es allerdings recht frisch war, zogen wir bald in einen der warmen Aufenthaltsräume um. Die illustre Runde entwickelte sich zu einem regelrechten Witzmarathon, aus dem unser Dolmetscher David als Sieger hervorging.
Während wir am Donnerstagvormittag vor allem das tschechische Nationalspiel 'Botcha' kennen lernten, schärften wir am Nachmittag unsere Sinne und versuchten uns im Blindfahren. Am Abend ging es dann zum Pizzaessen nach Pilsen, wo wir alle nach Herzenslust zugriffen. Den Höhepunkt bildete jedoch unangefochten ein Konzertbesuch der Band 'Magic Mushroom2' im House of Blue. Sofort wurden wir von den eingängigen Rhythmen gepackt, forderten lautstark Zugaben und bekamen am Ende sogar eine CD geschenkt. Wieder in der Unterkunft angekommen, folgte noch eine lange Liedernacht.
Den Abschluss des Kurses bildete am Freitag der Ausflug nach Pilsen. Hier wurde nun das Überqueren von Bordsteinen in der Praxis angewandt. Als Höhepunkt des Tages galt unumstritten das Erlernen und Üben des Rolltreppenfahrens mit Rollstuhl. Dabei kostete es zunächst einiges an Überwindung sich rückwärts gewand auf der Rolltreppe hinab zu begeben. Doch den anfänglichen Befürchtungen folgten schnell Freude und Begeisterung über den Gewinn der neuen Mobilität. Am Abend wurde es dann noch mal beim Grillen am Lagerfeuer feierlich, als jeder noch ein Abschiedsgeschenk erhielt. In der warmen Sommernacht sollen übrigens auch Sterne gesichtet worden sein.
Der Samstag war dann dem Abschiednehmen gewidmet. Schnell wurden noch sämtliche Unterschriften auf Andenkenskarten gesammelt und Adressen ausgetauscht, bevor es dann leider schon wieder nach Hause ging.
Mitnehmen konnten wir unsere neuen Sprachkenntnisse (z.B. Utschie, Oschie, Bussa, Noz), neue Rollstuhltechniken und Erinnerungen an eine wunderbare Zeit.
Vielen Dank dafür
Patrick Tscherning
Fotos von N.N.
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